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Hildebrandt.AI

KI-Integration

Der Beleg erfasst sich, der Mensch prüft.

Belege abtippen ist die Arbeit, die niemand vermisst: gleichförmig, fehleranfällig, endlos. Maschinelles Lesen nimmt sie ab, wenn man ihm die richtige Rolle gibt, nämlich die des fleißigen Vorarbeiters, nicht die des Entscheiders. Dieser Fall folgt einem Betrieb mit rund achthundert Eingangsrechnungen im Monat.

Ein zusammengesetzter Beispielfall. Er beschreibt den Ablauf und die Entscheidungen eines Vorhabens dieser Art, nicht einen bestimmten Auftrag und keinen bestimmten Kunden.

01Ausgangslage

Eingangsrechnungen kommen als PDF und als Papier. Eine Mitarbeiterin erfasst sie in der Buchhaltungssoftware: Absender, Datum, Beträge, Steuersätze, Kostenstelle. Gut zwei Stunden am Tag, und die Fehlerquote ist menschlich: Zahlendreher, verrutschte Kostenstellen, doppelt erfasste Belege, die als doppelt bezahlte enden können. Die Arbeit gilt im Haus als lästigste Stelle der Verwaltung, und Vertretung dafür zu finden ist jedes Mal ein Bitten.

02Die Frage vor dem Bau

Die Frage Bucht die Maschine sichere Fälle künftig allein durch, oder bleibt jeder Beleg eine menschliche Freigabe?
Durchbuchen Spart die letzten Sekunden je Beleg. Aber ein maschineller Fehler wandert dann ungesehen bis in die Zahlung, und die Kontrolle findet erst der Steuerberater.
Immer freigeben Die Maschine liest und füllt vor, der Mensch sieht jeden Beleg einmal an und bestätigt. Der Zeitgewinn bleibt groß, die Verantwortung bleibt klar.
Die Entscheidung Immer freigeben, mit einer Prüfmaske, die schnelle Bestätigung erlaubt. Grund ist die Zurechenbarkeit: Jede Buchung hat einen Menschen, der sie verantwortet.

03Etappen

  1. 01

    Mit dreihundert alten Belegen messen

    Vor jedem Einbau läuft das Lesen über dreihundert bereits erfasste Belege, und die Ergebnisse werden gegen die Handarbeit gehalten. Gemessen wird je Feld: Absender fast fehlerfrei, Beträge sehr gut, Kostenstellen erwartungsgemäß schwach, denn die stehen auf keinem Beleg. Entschieden wird auf dieser Grundlage, nicht auf Prospektangaben.

  2. 02

    Die Kostenstelle lernbar machen

    Was nicht auf dem Beleg steht, muss aus dem Zusammenhang kommen: Dieser Lieferant bucht fast immer auf jene Kostenstelle. Die Zuordnung lernt aus den bisherigen Buchungen und schlägt vor, mit sichtbarer Sicherheit. Entschieden wird, dass unsichere Vorschläge leer bleiben, ein leeres Feld ist ehrlicher als ein falsches.

  3. 03

    Die Prüfmaske auf Sekunden bauen

    Links das Belegbild, rechts die ausgelesenen Felder, Abweichungen zum Üblichen markiert. Bestätigen mit einer Taste, korrigieren mit wenigen. Entschieden wird, dass jede Korrektur gespeichert wird, denn sie ist das Lernmaterial für morgen.

  4. 04

    Dubletten vor die Tür setzen

    Gleicher Absender, gleicher Betrag, naher Zeitraum: Der Verdachtsfall wird angezeigt, bevor er erfasst werden kann. Entschieden wird, dass die Dublettenprüfung auch rückwirkend über den Altbestand läuft, womit auch Doppelzahlungen im Altbestand auffallen können.

  5. 05

    Im Betrieb messen, nicht feiern

    Nach vier Wochen wird nachgemessen: Zeit je Beleg, Korrekturquote je Feld, Reklamationen aus der Buchhaltung. Erst die Messung, dann das Urteil. Die Prüfmaske bekommt danach zwei Änderungen, die aus dem echten Gebrauch kommen und die kein Konzept vorhergesehen hatte.

04Die zähe Stelle

Die schwierigste Belegart war ausgerechnet die häufigste eines einzelnen Lieferanten: Sammelrechnungen mit Dutzenden Positionen, die auf mehrere Kostenstellen zu verteilen sind. Das maschinelle Lesen fand die Summen zuverlässig, aber die Verteilung folgte einer Logik, die nur im Kopf der Mitarbeiterin existierte, nach welchem Bauvorhaben welche Position gehört. Die Versuchung war, es die Maschine raten zu lassen. Die Entscheidung fiel dagegen: Diese eine Belegart bekam eine eigene Maske, in der die Verteilung von Hand geschieht, mit Vorschlägen aus den Vormonaten. Die Lehre des Falls: Die Kunst liegt darin, die zehn Prozent zu erkennen, die Menschenarbeit bleiben sollen, und für die restlichen neunzig gründlich zu sein.

05Das fertige Ding

  • Automatisches Einsammeln aus Postfach und Scanner in eine Warteschlange.
  • Maschinelles Auslesen aller Kopf- und Summenfelder.
  • Lernende Kostenstellen-Vorschläge mit sichtbarer Sicherheit.
  • Prüfmaske mit Belegbild, Ein-Tasten-Bestätigung und Korrekturlernen.
  • Dublettenprüfung vor der Erfassung, auch über den Altbestand.
  • Übergabe an die Buchhaltungssoftware im gewohnten Format.
  • Wochenbericht mit Trefferquoten je Feld, gemessen statt behauptet.
  • Ein Abschalter, nach dem die Erfassung läuft wie zuvor.

06Übertragbares

Bleibt in jedem Fall dieser Art gleich

  1. 01Erst an alten Belegen messen, dann entscheiden. Prospektquoten zählen nicht.
  2. 02Der Mensch gibt frei, die Maschine bereitet vor. Zurechenbarkeit ist keine Nostalgie.
  3. 03Leere Vorschläge statt falscher. Die Ehrlichkeit der Maske entscheidet über das Vertrauen.
  4. 04Korrekturen sind Lernmaterial und werden gesammelt, nicht verworfen.

Weicht von Fall zu Fall ab

  1. 05Die Belegarten. Rechnungen, Lieferscheine, Spesen und Verträge lesen sich verschieden gut.
  2. 06Das Zielsystem. Buchhaltung, Warenwirtschaft oder beides, das Format folgt dem Ziel.
  3. 07Die Menge. Unter hundert Belegen im Monat trägt sich der Bau selten, das wird vorher gesagt.
  4. 08Der Datenweg. Wo Belege das Haus nicht verlassen dürfen, wird im Haus gerechnet, das ist eine Preisfrage, keine Unmöglichkeit.

Anfang eines solchen Falls

Ein Fall dieser Art beginnt mit dreihundert bereits erfassten Belegen als Messmaterial und einer Stunde neben der Person, die heute erfasst. Gemessen wird zuerst, versprochen danach: Die Trefferquoten aus dem eigenen Bestand sind die Grundlage des Angebots. Daraus entsteht der Festpreis, bevor gebaut wird, samt der ehrlichen Auskunft, falls die Belege des Hauses für den Bau zu wenige oder zu wild sind.